Wild Ich

Mach mich nackt
Und tu dann so

Als wär ich
Ganz ich

Während du mir
Deine Lieder auf das Fleisch legst

Sagtest du
Und ich wurde leise

Und so traurig
Dass ich die Welt hätte zerfetzen können

Ich dachte daran
Wie schön du bist

Und welch Verlust
Es wär

Wenn du einen Tag
Weil du denkst

Du wärst falsch
So wärst wie ein anderer

Einer der dir erklärte
Wie das Leben geht

Was ich jetzt auch mal tu
Wenn ich dir sag

Wie ich es tu

Ja, nimm es als
Gesetzt

Was ich jetzt sprech‘
Als etwas

Das für mich gilt
Und was wenn ich morgen schlauer bin

Dann vielleicht
Im Mülleimer meiner Seele landet

Wo die tollsten Sachen
Wachsen

Unkraut
Zum Beispiel

Wild und unberechenbar

Also ja
Wie ich es tu

Ich lass mich häuten
Lass im Spiegel

Jedes Gräuel
Auf mich deuten

Nenn mich
Ja

Und bei
Allen Namen

Und dann
Lass ich mich aus mir wachsen

Unschuldig
Wie Pflanze

Da
Wie Stein

Wahr
Wie Tier

Und weiß dabei
Niemand ist wie ein Zweiter

Und niemand muss
Irgendwie sein

Niemand muss irgendwen
Irgendwohin begleiten

Weil irgendwo
Richtig und sicher wär

Ich sag dir
Die die sagen

Wo es richtig ist
Fühlen sich doch auch dauernd falsch

Und setzen dann Kreuze
Auf die Karte

Die dann für alle stimmen sollen
Was wirklich Quatsch ist

Ich weiß
Die Zeit ist vielleicht noch nicht reif

Und du hast Angst
Und manches in dir ist so klein

Wie ungeschlüpft
Und ungeschmückt

Und ungesehen
Und ich glaube

Das geht allen
Immer wieder so

Wo es hingeht
Das entscheidest du

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